Damit Sie unsere Internetseite optimal nutzen können, setzen wir nur technisch notwendige Cookies (kleine Textdateien, die auf Ihrem Rechner abgelegt werden). Zur Reichweitenmessung der Seiten nutzen wir eine anonymisierte Statistik, die keine personenbezogenen Rückschlüsse auf Sie zulässt. Näheres finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Datenschutzerklärung.

Glaube und Berufung

Berufe der Kirche

Seelsorgeberufe

Alle Getauften sind berufen, Gott und den Menschen zu dienen und auf ihre Weise dem Beispiel Jesu zu folgen. Manche erkennen ihre Berufung darin, ihre Talente für die Kirche einzusetzen, etwa als Priester, Diakon, Pastoralreferent/in, Gemeindereferent/in oder im Ordensleben. Sie stehen mit den ihnen anvertrauten Aufgaben und Vollmachten im Dienst des Reiches Gottes und helfen den Getauften ihre persönliche Berufung zu entdecken.

Papst Franziskus ermutigt uns:

"Wenn man sich für eine Berufung entscheiden muss, dann darf man nicht die Möglichkeit ausschließen, sich Gott im Priestertum zu weihen, oder sich im Ordensleben oder in einer anderen Form [des pastoralen Dienstes] hinzugeben. Warum es ausschließen? Sei gewiss, wenn du einen Ruf Gottes erkennst und ihm folgst, dann wird es das sein, was dein Leben erfüllt macht. (...] Suche Räume der Ruhe und Stille, die es dir ermöglichen nachzudenken, zu beten, die Welt um dich herum klarer zu sehen. Dann wirst du zusammen mit Jesus erkennen können, welche deine Berufung auf dieser Erde ist." (Christus vivit Nr. 276f.)

Du hast Fragen? 

Du interessierst dich für den Beruf einer Seelsorgerin bzw. eines Seelsorgers, hast Fragen oder möchtest Kontakt zu uns aufnehmen? Domvikar Tim Sturm hilft dir gerne weiter.

Mobil: 0151-21450627

Mail:   tim.sturm(at)bistum-trier.de

Priester

Verkünder des Wortes und Verwalter göttlicher Geheimnisse

Der Priester ist Seelsorger: Durch sein Leben und seinen Dienst verkündet er die Frohe Botschaft Christi. Er ist geweiht zur Feier der Sakramente. Er steht Menschen in allen Phasen ihres Lebens bei.

 

Priesterliche Lebensform

Bei der Priesterweihe legen die Kandidaten Weiheversprechen ab. Sie beziehen sich auf die Aufgaben eines Priesters und beinhalten, wie ein Priester leben soll. Er soll:

  • die ihm anvertraute Gemeinde umsichtig leiten
  • den Dienst am Wort Gottes treu und gewissenhaft erfüllen
  • die Sakramente, besonders jene der Eucharistie und Versöhnung, zum Lob Gottes und zum Heil des Volkes Gottes feiern
  • im Gebet das Erbarmen Gottes für die ihm Anvertrauten erflehen
  • den Armen und Kranken, den Heimatlosen und Notleidenden beistehen
  • sich immer enger mit Christus verbinden und zum Heil der Menschen leben
  • dem Bischof Ehrfurcht und Gehorsam zeigen

Auch wenn ein Priester in den Ruhestand tritt, bleibt er Priester. Er bleibt sein Leben lang an das gebunden, was er bei der Weihe versprach. Wer zum Priester geweiht wird, muss einige Zeit zuvor die Diakonenweihe empfangen haben.

 

Ganz persönlich

"Mit 18 Jahren habe ich zum ersten Mal gemerkt: Priester sein, das ist meine Berufung. Während meiner Studien- und Ausbildungszeit gab es Höhen und Tiefen, aber vor allem viele bestärkende Begegnungen und Erfahrungen, sodass ich 2017 JA gesagt habe. Seitdem bin ich mit vielen Menschen auf der Suche nach den Spuren Gottes in ihrem Leben. Ich bin immer wieder neu davon fasziniert, dass sich Menschen aller Altersgruppen auf das Abenteuer mit Gott einlassen und dass ich sie begleiten darf. Zu den bewegendsten Momenten gehört die Feier der Sakramente. Dann kann ich spüren: Gott ist da, auch heute."

 

Kaplan Thomas Hufschmidt

30 Jahre | Pfarreiengemeinschaft Sinzig

Diakon

Die Füße waschen, nicht den Kopf

Jesus begleitet Menschen auf ihrem Weg und dient ihnen. Er wäscht ihnen nicht den Kopf, sondern die Füße. Und er sagt uns: Macht es genauso. In der Spur des dienenden Jesus verwirklicht der Diakon seinen existentiellen Auftrag.

 

Sein besonderer Dienst gilt den Armen, Not Leidenden, Kranken, zu kurz Gekommenen. er ist an ihrer Seite. er ist der Anwalt der Armen und stellt sie in die Mitte: damit Kirche nicht vergisst: eine Kirche, die nicht dient, dient zu nichts.

 

Der Diakon setzt sich auch in seinem Alltag stets aufs Neue für Begegnungen ein, sucht Gespräche, vermittelt, betreut und hilft. Die Mitte seines Denkens und Sprechens, Betens und Tuns bleibt der dienende Jesus in seiner Liebe zum Nächsten.

 

Der ständige Diakonat (also nicht die "Vorstufe" zur Priesterweihe) kann mit Zivilberuf oder als Hauptberuf ausgeübt werden.

 

Ganz persönlich

"Was ist mit den Menschen am Rand der Gesellschaft und der Kirche? Christus hat sich zum Diener aller gemacht. Von ihm habe ich mich rufen lassen, dorthin zu gehen, wo Menschen in Not sind. Not hat dabei sehr viele Gesichter: Menschen werden ausgeschlossen, diskriminiert, existentiell und seelisch bedroht oder werden (auch strukturell) an den Rand gedrängt. Während meines Praktikums, in der Arbeit mit kranken und alten Menschen und mit Jugendlichen habe ich oft erlebt, dass viele vergessen und übersehen werden. Unser Leben wird immer komplexer. Ich möchte für die Menschen, die zu mir kommen, da sein. Mir ist wichtig, dass sie bei uns so sein können, wie sie sind: Keiner braucht sich zu verstellen. Als Diakon will ich eine Anlaufstelle für diese Menschen sein und mit ihnen Gott suchen und entdecken, in Begegnungen, im Gebet, in der Feier der Liturgie und vielem mehr. Mein Suchen und meine persönlichen Zweifel kann ich nur aushalten, weil ich immer wieder erlebe, dass Gott auch heute wirkt. Menschen schöpfen neuen Lebensmut, erfahren sich als wertvoll und als einzigartigen Fingerabdruck Gottes und packen ihr Leben neu an. Es ist ein erfüllender Dienst als Diakon für die Menschen da zu sein."

Diakon Andreas Schlösser

37 Jahre | Pfarreiengemeinschaft Andernach

Pastoralreferent/in

... für die Menschen in der Welt von heute ...

Als hauptberufliche Theologen arbeiten Pastoralreferent/innen an der Schnittstelle von Kirche und Gesellschaft. Dort nehmen sie neue Entwicklungen wahr und versuchen, zeitgemäße Antworten auf Fragen des Lebens und des Glaubens zu geben. Sie sind Ansprechpartner/innen und gestalten Kirche.

 

Dabei arbeiten sie im Team mit anderen zusammen. Pastoralreferent/innen stärken durch ihre theologische und seelsorgerliche Ausbildung die gemeinsame Verantwortung aller Christen. Sie tragen dazu bei, neue Formen der Pastoral zu entwickeln, das Profil von Kirche zu stärken und kirchliches Leben zu entfalten.

 

Wo sind Pastoralreferent/innen eingesetzt?

Sie arbeiten in großen pastoralen Räumen - zurzeit in Dekanaten - und in kategorialen Aufgaben - wie zum Beispiel in der Krankenhaus- oder der Schulseelsorge. In der Regel arbeiten sie in Teams mit Ehrenamtlichen und/oder anderen kirchlichen und nichtkirchlichen Professionen.

 

Ganz persönlich

"Für mich ist die diakonische Perspektive das grundlegende Handlungsprinzip. Ein Zitat des Theologen Johann Baptist Metz spiegelt meine Haltung diesbezüglich sehr passend wider: „Im Entdecken, im Sehen von Menschen, die in unserem vertrauten Gesichtskreis unsichtbar bleiben, beginnt die Sichtbarkeit Gottes unter uns, befinden wir uns auf seiner Spur.“ Dieses Zitat ist mir während meiner Ausbildungszeit in Saarbrücken begegnet – einer Zeit, die mich sehr geprägt hat.

 

Das Zitat bedeutet für mich: Mit offenen Augen durchs Leben zu gehen. Auf Menschen zuzugehen – gerade auf Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen -, sie wahrzunehmen, von ihnen zu lernen, zu erfahren was sie beschäftigt, was es ihnen im Leben schwer macht und worauf sie hoffen. Es bedeutet für mich auch, mich für sie einzusetzen und ihnen eine Stimme zu geben. Aber nicht nur das: Auch mit Menschen gemeinsam aktiv zu werden, sie zu beteiligen, sie zu befähigen, sie zu stärken ist für mich ein Aspekt der Sichtbarkeit Gottes in dieser Welt.

 

Und um das alles zu tun ist es für mich wesentlich, dabei auch bewusst aus kirchlichen bzw. vertrauten Bezügen herauszutreten und mich in „Unbekanntes“ hineinzubegeben. Mich immer wieder kritisch zu hinterfragen. Das Fundament unseres Glaubens, die Frohe Botschaft, so auf mein jeweiliges Gegenüber „runter zu brechen“, dass es auch verstanden werden kann. Die „Zeichen der Zeit“ zu erkennen und zu deuten. Bezüge herzustellen. Vernetzt zu sein. Brückenbauerin zu sein, die gerne mit Menschen innerhalb und außerhalb der kirchlichen Strukturen zusammenarbeitet."

 

Pastoralreferentin Annika Frank

34 Jahre | Diakonische Kirchenentwicklung Diözesancaritasverband

Als Christen fühlen wir uns allen nahe, die in ihrem Leben nach Sinn suchen, die nach Glück und nach dem Guten streben. Wir glauben, dass Gott selbst Mensch geworden ist, um seine Nähe zu den Menschen zu zeigen.

 

Der Beruf der Gemeindereferentin und des Gemeindereferenten bietet die Möglichkeit, sich mit Menschen gemeinsam auf den Weg zu machen, sie in ihrer Suche zu begleiten und Zeuge zu sein für Gottes Nähe.

 

Gemeindereferent/innen beraten und unterstützen Initiativen, Gruppen und Personen, die sich für die Kirche und für die Frohe Botschaft vom Reich Gottes einsetzen wollen: in der konkreten Hilfe für den Nächsten wie in der Vorbereitung von Gottesdiensten, im Religionsunterricht, in der Katechese und im Gespräch über den Glauben. Sie arbeiten in den Pfarreien und Pfarreiengemeinschaften unseres Bistums.

 

Ganz persönlich

"Mit dem Leitvers - 'Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die euch erfüllt.' (1 Petr 3,15) - hat mich 1996 Bischof Hermann-Josef Spital zum Gemeindereferenten beauftragt. Er begleitet mich bis heute. Ich bin dankbar, dass ich in meiner Heimatgemeinde junge und engagierte Seelsorgerinnen und Seelsorger als Gemeindereferentin, Pastoralreferent und Priester erleben durfte. Sie haben das Feuer angefacht, das bis heute brennt. Besonders durch die vielfältigen Angebote in der Kinder- und Jugendarbeit habe ich mich dort engagiert und so ist mehr und mehr der Wunsch geworden, dieses Hobby zum Beruf zu machen. Es ist schön, dass ich meine Charismen und Gaben in der Kirche und für die Menschen einbringen kann."

 

Gemeindereferent Rüdiger Glaub-Engelskirchen

50 Jahre | Pfarrei St. Fraziskus Hermeskeil

Ordensfrau bzw. Ordensmann

Gott geweiht, den Menschen dienend

Das Leben von Ordensfrauen und -männern ist vielfältig und zeitlos. Die Lebensgestaltung basiert auf einer oft langen geistlichen Tradition und sucht immer neue Bezüge zur Gegenwart. In der Nachfolge Christi antworten Ordensfrauen und -männer auf Nöte ihrer Zeit, auf Bedürfnisse der Kirche und auf Entwicklungen in Staat und Gesellschaft.

 

Zu den bekanntesten Gründergestalten zählen:  Benedikt von Nursia, Franz und Klara von Assisi, Dominikus, Ignatius von Loyola, Charles de Foucauld, Edith Stein und Mutter Teresa. Die Kirche ist reich an Orden und geistlichen Gemeinschaften. Je nach Ordensregel betonen sie verschiedene Aspekte des Lebens Jesu.

 

Sie alle eint, dass sie in Gemeinschaft leben. Durch Gelübde oder Versprechen haben sie ihr Leben Gott und dem Dienst am Menschen geweiht. Unter den Ordensmännern sind häufig auch Priester und Diakone.

 

Ganz persönlich

"Das ist das Ungeheure und Verrückte: dieser buchstäblich unfassbare GOTT macht glücklich.

Die lebendige Verbundenheit mit ihm ist Freude, auch wenn er selbst es ist, der auch mich, wie Petrus, immer wieder aufs Wasser ruft. Weg von Sicherheiten, die doch nicht tragen. Er ist die Liebe, die keinen Bruch kennt.

Und jeder noch so kleine Schritt zu ihm hin, jeder Atemzug, der versucht, etwas von seinem Evangelium zu leben, führt in eine ungeahnte Freiheit, in einen Frieden, den wirklich nur er schenken kann."

 

Generalpriorin Dominikanerinnen Arenberg

Schwester M. Scholastika Jurt OP | Koblenz-Arenberg